Ötztaler Radmarathon 2019

Der Ötztaler liegt nun schon wieder in der Vergangenheit und ich kann ein positives Resümee ziehen. Dass ich heuer einen guten Ötztaler fahren würde, geschweige meinen persönlichen Rekord von 7:07 Stunden knacken könnte, hätte ich mir dieses Jahr selbst nicht zugetraut.

Das Training in den letzten 2 Wochen vor dem ÖRM verlief alles andere als zufriedenstellend. Ich quälte mich täglich die Berge hoch in der Hoffnung, dass endlich ein flüssiger Tritt kommen würde. Ich muss zugeben, dass da teilweise von Spaß weit und breit nichts mehr zu spüren war und stellte mir tatsächlich die Sinnfrage.

Und auch mein Gewicht lieferte nicht gerade viel Hoffnungsschimmer. Trotz gleicher Ernährung hatte ich 77 kg – sprich 3 kg mehr als in den Jahren zuvor. Hungern aber kommt für mich als Hobbysportler nicht in Frage. Essen ist für mich nicht bloße Nahrungsaufnahme oder Energiebereitstellung, sondern ist Lebensqualität und Genuss.

Eine Woche vor dem ÖRM wollte ich eigentlich noch beim Arlberg Bikemarathon an den Start gehen, um mir die letzte Härte zu holen, doch ich fing mir einen Magen-Darm-Infekt ein. Ein Start an diesem Rennen war somit auch hinfällig. Bis zum Vortag des ÖRM hatte ich noch ständig mit Magenproblemen zu kämpfen, was die gesamte Ausgangsituation noch schwieriger machte. Mein Training absolvierte ich aber trotz eher schlechter Werte.

So machte ich mir selbst eigentlich null Druck, da ich auch null Erwartungen hatte.

Das Wetter aber war für einen schnellen ÖRM perfekt. Auch das Niveau der Teilnehmer war für eine schnelle Zeit super. Insgeheim natürlich war ich schon ein wenig sauer, denn wie oft bekommt man diese Voraussetzungen serviert – und ich bin nicht wirklich in Form!

Komischerweise waren meine Magenprobleme am Tag des Rennens wie weggeblasen. Dass meine Wattkurbel ausgerechnet am Start nicht gehen wollte, ließ mich total kalt – Kühtai sollte ich so und so mit der Spitze drüber kommen, bis Sterzing muss ich auch mit der Gruppe mit, am Jaufen beginnt das Rennen. Und ab St. Leonhard heißt es jedes Jahr für mich all out.

Küthai hoch fuhren wir heuer mit 58 Minuten Aufstiegszeit eine recht gemütlich Zeit. Innsbruck – Brenner wiederum war eher schnell mit 1:01. Mir kam es nicht wirklich gemütlich vor. Das eher schnelle Tempo lag aber daran, dass vor uns eine ca. 15-Mann Ausreißergruppe fuhr. Am letzten kleinen Anstieg auf den Brenner hoch merkte ich aber schon, dass ich mich recht gut fühlte und meine Beine doch was hergeben. Den Jaufenpass hinauf waren wir recht lange eine sehr große Gruppe – so richtig hart kam mir das Tempo dennoch nicht vor, auch Attacken fanden keine statt. Gegen Ende des Jaufenpasses hatten wir bis auf 2 der Ausreißer  (Nothegger und De Marchi) alle eingeholt. Oben am Jaufenpass waren wir dann noch ca. 15 Leute. Als ich im Nachhinein gesehen habe, dass wir 48 Minuten hochgefahren sind, wusste ich, wieso keiner attackiert hatte. Ohne Watt fuhr ich quasi blind, jedoch mein Gefühl war gut, und mir schien das Tempo nicht so schnell.

Die Abfahrt vom Jaufen fuhren wir recht sicher und ohne Risiko runter. Ab St. Leonhard fuhr unsere Gruppe leider dann sehr unrhythmisch. Es wollte einfach keiner fahren. In Moos waren wir ca. noch 11 Mann bis Alban anzog und ich reißen lassen musste. Ab hier fuhr ich bis ins Ziel ein einsames Rennen und hatte nur noch eine neue persönlich Bestzeit vor Augen. Ich wusste nun, wenn ich keine Steher habe, könnte es sich knapp ausgehen.

Das Ziel passierte ich dann schlussendlich nach 7:03 Stunden und somit konnte ich meine Bestzeit von 2016 um 4 Minuten verbessern.

Und somit würde ich sagen das wars für heuer. Ein gelungener Saisonsabschluss.

Ride on Rubi

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