Dreiländergiro 2019

Vergangenes Wochenende fand der legendäre 3 Länder-Giro, mit 168 km und 3.300 hm, statt. Es war wieder ein tolles Rennen mit hervorragender Organisation, auf wunderschöner Strecke. Und das Wetter legte noch einen oben drauf, schöner konnte es nicht sein.

Aus meiner Sicht war es zudem noch ein erfolgreiches Rennen, welches ich auf dem 4. Platz beenden konnte. Wie meine Frau zu sagen pflegt: „für einen alten Mann, Vollzeithackler und Papa, gar nicht mal sooo schlecht.“ Und das sehe ich auch so.

Nach nur wenigen Metern über der Startlinie bildete sich bereits eine Ausreißergruppe mit Hannes Kapeller, Dominik Schranz, Andreas Traxl, Christian Schmitt, Stefan Kirchmair und meiner Wenigkeit. Bis nach Prad konnten wir einen Vorsprung von einigen Minuten auf die Verfolgergruppe ausbauen. Auf Grund des hohen Tempos mussten Dominik und Hannes bald reißen lassen. Christian, Andreas, Stefan und ich fuhren gemeinsam Richtung Stelvio, bis Stefan bei bereits ca. 350 bis 360 Watt eine Wahnsinns-Attacke fuhr. Keiner konnte ihm auch nur die geringste Parole bieten. Innerhalb kürzester Zeit hatte Stefan bereits mehrere Minuten Vorsprung, und das obwohl auch wir, die Verfolger, die Wattzahl nach oben schraubten. Christian Schmitt, der die kurze Runde des 3LG zu bewältigen hatte, ließ ich irgendwann ziehen und wartete auf Florian Lipowitz, der sich von hinten immer näher herankämpfte und ich es für kluger hilt mich mit ihm gegen das kommende Flachstück zu verbünden, als es alleine zu versuchen. Auch Andreas fiel zu diesem Zeitpunkt nach hinten zurück. Mit Florian kämpfte ich mich nun den Stelvio hinauf, Christian blieb immer in Sichtweite, nur von Stefan Kirchmair gab es weit und breit keine Spur mehr. Auf und davon. Kurz vor der Passhöhe schloss Tobias Hess auf uns auf, worüber wir sehr froh waren, da wir nun zu Dritt zusammenarbeiten und auf Aufholjagd gehen konnten. Am Stelvio angelangt wurde uns ein Rückstand von 7:45 Minuten auf Stefan mitgeteilt. Die Abfahrt vom Stelvio und die Auffahrt auf den Ofenpass konnten uns kein Aufholen einbringen – immer noch 7 Minuten Rückstand. Für uns war aber klar, dass Stefan nun im hauptsächlich flachen Terrain 2 Stunden im Gegenwind alleine kämpfen muss. So waren wir sehr motiviert, wechselten uns ab und die Wattzahlen gingen vorne nie unter 400. Gemeinsam kämpften wir um jeden Meter. Und dann erhielten wir die Nachricht – Stefan konnte den Vorsprung ausbauen. Trotz Teamwork war der Rückstand weit mehr als 10 Minuten! Ein Kopfschütteln konnten wir uns nicht verkneifen, kämpften aber weiter. Bis Einfahrt Norbertshöhe arbeiteten wir perfekt zusammen, danach ließ ich Florian und Tobias ziehen. Für mich war da Schluss und ich fuhr dann quasi nur noch meinen Stiefel, um im Ziel anzugelangen. Warum ich da nicht mithalten konnte, könnte bestimmt am weniger werdenden Training liegen… und mein Kopf spielt derzeit auch nicht so recht mit.

Florian konnte letztendlich den 2. und Tobias den 3. Platz einfahren – Gratulation an die beiden! Es hat auf jeden Fall sehr viel Spaß mit euch gemacht.

Ja und Stefan holte sich natürlich den Sieg. Für Stefan waren wir letztendlich nur ein Bummelzug (nach seinem Facebook-Kommentar zum 3LänderGiro zu schließen) und für die Watt die er fuhr muss man fast! gratulieren. Ich ganz ehrlich, würde mich mit solchen Leistungen bei einem Pro Tour Team bewerben und mein Talent nicht bei dahintrödelnden Amateur-/Hobbyradlern zum Besten geben.

Bilder by Spotograf

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*