Ötztaler Radmarathon 2015

Wie jedes Jahr, versuche ich mich gegen Ende der Saison nochmals für den Ötztaler Radmarathon zu motivieren und mich auch speziell auf dieses Rennen vorzubereiten. Neben Familie und Vollzeitjob alles nicht so einfach… deshalb möchte mich hiermit bei meiner Freundin bedanken, die immer voll hinter mir steht und mir so alles ermöglicht, was nötig ist, um 100% Leistung zu erbringen. Ohne Menschen, die einen unterstützen, gehen solche Vorhaben natürlich nicht.
Dieses Jahr habe ich mich zusätzlich mit einem Höhenzelt vorbereitet, welches mir Gerrit Glomser zur Verfügung gestellt hat. Es war eine tolle Erfahrung und hat mich ein ganzes Stück weiter gebracht! Gerrit, danke für deine Unterstützung!

Hier nun der Rennverlauf:

Sölden – Oetz:
Dieser Abschnitt kam mir heuer recht gemütlich vor und auch nicht sonderlich gefährlich. Angenehm war, dass es beim diesjährigen ÖRM in Sölden recht warm war und ich mir somit anders wie in den letzten Jahren nicht viele Gedanken um die richtige Bekleidung machen musste.

Oetz – Kühtai:
Es löste sich gleich eine kleine Gruppe mit ca. 7 Fahrern. Ich blieb in der Verfolgergruppe, welche wie jedes Jahr, je länger der Anstieg wurde, kleiner wurde. Oben in Kühtai angelangt, waren wir, wie üblich, eine Gruppe mit ca. 40 Fahrern. 100% fit fühlte ich mich im Anstieg nicht. In der Woche vor dem ÖRM war ich beruflich viel unterwegs und die Klimaanlage im Flugzeug hat mich leicht angeschlagen. Unsere Aufstiegszeit ins Kühtai betrug 57 min.

Kühtai – Innsbruck:
Bei der rasanten Abfahrt nach Kematen hieß es trinken und den Körper mit Energie zu versorgen. Natürlich muss man hier trotzdem sehr konzentriert sein, um heil ins Tal zu kommen. Bei dieser Abfahrt erreichten wir teilweise über 100 km/h.

Innsbruck – Brenner:
Das Tempo im Feld schlief hier wie jedes Jahr ein. Ich hielte mich recht weit hinten auf und versuchte mich mental auf den wirklichen Start und die Schmerzen in Sterzing vorzubereiten. Wie jedes Jahr konnten bis zum Brenner einige kleinere Gruppen von hinten auf uns aufschließen, was mich aber nicht sonderlich beunruhigte.

Brenner – Sterzing:
Am Brenner gab es eine neue Trinkflasche und schön langsam war die Spannung im Feld zu spüren. Die Beine waren super, doch wenn es ein wenig schneller wurde, merkte ich, dass die Atemwege Probleme machten. Aber das Verhältnis Watt/Puls war richtig gut und somit ließ ich mich nicht aus der Ruhe bringen.

Sterzing – Jaufen:
Im Aufstieg waren wir sehr lange eine große Gruppe bis schlussendlich nur mehr 11 Fahrer übrig blieben. Vor uns war immer noch die Spitzengruppe mit 2 Fahrern. Mit mir in der Elfergruppe war zum Glück auch noch Hannes Berndl (GER) dabei, denn die restlichen Fahrer inklusive der Spitzengruppe waren alles Italiener, was sprachlich und taktisch gesehen ein Nachteil war. Die Aufstiegszeit von 48 Minuten hat mich sehr überrascht, da mir das Ganze gar nicht so schnell vorgekommen ist und ich, anders wie sonst, weniger leiden musste.

Jaufen – St. Leonhard:
In der Abfahrt vom Jaufenpass hatte ich immer wieder Probleme den Italienern zu folgen. Tatsächlich fragte ich mich, ob der Teufel hinter ihnen her ist und es um ihr Leben geht bzw. ob meine italienischen Mitstreiter keine Familie daheim haben… Glücklicherweise wurde das Abfahrtstempo dann doch irgendwann reduziert. Gerade bei solchen Abfahrten ist ein super Material wichtig – da bin ich sehr froh und stolz mit solch einem super Rad unterwegs sein zu dürfen! Vielen Dank an die Firma Denifl, der ich in Sachen Material seit Jahren vertraue!

St. Leonhard – Timmelsjoch:
Bis kurz nach Moos blieb unsere 11köpfige Gruppe zusammen. Und dann ging das Spiel der Italiener los… Man konnte nicht ausmachen, wer hat was drauf, wer ist am Limit. Es wurde einfach gepokert und attackiert. Das Tempo war unregelmäßig: Mal fuhren wir nur 200 Watt, dann wieder kurzzeitig über 450 Watt. Schon bald mal konnten die ersten nicht mehr folgen. Fahrer die im letzten Jahr vor mir platziert waren, rissen ab und konnten nicht mehr aufschließen. Erst kurz vor dem Flachstück, attackierte dann Enrico Zen – Hannes und ich konnten nicht mehr folgen. Wir haben aber so gut es ging zusammen gearbeitet. Die letzten 30 Minuten im Anstieg zum Timmelsjoch hatte ich nur noch mit meinen Krämpfen zu kämpfen und ich quälte mich irgendwie bis zum höchsten Punkt hoch. Oben am Timmelsjoch war ich wieder mit Hannes unterwegs.

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Timmelsjoch –Sölden:
In der Abfahrt hatte ich so mit den Krämpfen zu kämpfen, dass ich Hannes ziehen lassen musste. Am Ende passierte ich das Ziel in Sölden auf dem 7. Gesamtplatz mit einer Zeit von 7:14 Stunden. Ich war somit bester Österreicher und konnte meine Bestzeit vom Vorjahr um 3 Minuten verbessern.

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Foto by Stefan Kirchmair

Vielen Dank an all jene die mich unterstützt und betreut haben! Danke auch an mein Team Pirchnerbau Denifl – das nun schon traditionelle Essen am Vorabend des ÖRM war wie immer ein Spaß mit euch! Auch für die zahlreichen Glückwünsche möchte ich mich bedanken!

Derzeit bin ich gerade beruflich in London unterwegs und meine Atemwege machen weiterhin Probleme. Ob und bei welchem Rennen ich diese Saison noch am Start stehen werde, kann ich derzeit noch nicht sagen.

Ride on Rubi

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