Super Giro Dolomiti

Super Giro Dolomiti

Nach dem Bergrennen am Freitagabend, ging es am Samstagnachmittag nach Lienz. Ich kannte das Höhenprofil mehr oder weniger gar nicht und die gesamte Strecke des Super Giro Dolomiti war mir auch nicht bekannt, doch ich war mir sehr wohl bewusst, dass das Rennen circa gleich lang und gleich hart wird, wie der Ötztal Radmarathon.

Kurz nach halb 7 Uhr erfolgte in Lienz der Startschuss. Das Wetter war noch perfekt, aber laut Wetterbericht sollte gegen Mittag der Regen aufkommen. Leider musste ich gleich mal feststellen, dass mein Wattsystem heute einfach nicht funktionieren wollte und mein Pulsgurt mal wieder eine neue Batterie vertragen würde. Schnell den Garmin auf Zeit und Kilometer umprogrammiert, ließ ich mich an diesem Tag nicht aus der Ruhe bringen und verdrängte diese zwei Faktoren. Mein Rad und meine Musik funktionierten und das reichte mir.

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Die ersten 20 Kilometer wurden recht gemütlich gefahren. Auch der Anstieg auf den Gailbergsattel war gegenüber der letzten Jahre (als ich jeweils die kurze Strecke mitfuhr) recht gemütlich und schmerzte nicht ganz so. Ich merkte auch, dass meine Beine um vieles besser erholt waren, als beim Bergrennen am Freitag.

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Den Plöckenpass fuhren wir in einer ca. 30-Mann-Gruppe hoch. Das Tempo war okay und es fühlte sich genau richtig an für so eine lange Runde. Auf den Ligosulla hoch wurde es dann zum ersten Mal ernst: Stefan Kirchmair startet eine scharfe Attacke. 3 Fahrer konnten folgen. Ich fuhr auch für ca. 3 Minuten mit, aber habe mich dann einfach an die harten Ötztaler der letzten Jahre erinnert und wusste wie wichtig die „Körner“ noch zum Schluss sind und nahm somit raus. Wir hatten erst 2 Stunden Fahrzeit und da schon zeigen was man kann, war für mich nicht entscheidend und auch zu früh. Dem Mann mit dem Hammer wollte ich nicht begegnen. Somit ließ ich die 4 Fahrer ziehen, obwohl mir das ganz und gar nicht geschmeckt hat.

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Den Lanzenpass rauf fuhr ich zusammen mit zwei anderen Fahrern. Oben am Pass spürte ich schon die ersten Regentropfen. In der Abfahrt konnte ich mich dann von beiden lösen. Bei der Einfahrt zum Nassfeldpass fing es dann richtig an zu schütten, was sich bis zum Ziel auch nicht mehr legte. Auf den Nassfeldpass rauf fuhr ich eher gemütlich, damit ich die anschließende 20 Kilometer flache Passage bis nach Kötschach nicht ganz alleine bewältigen muss. Beim Aufstieg auf den Nassfeldpass holten mich meine zwei Begleiter wieder ein, aber ich merkte, dass ich immer mehr an Stärke gewann. Hier erfuhren wir, dass wir 12 Minuten Rückstand auf die Spitze haben. Nach der sehr kalten und nassen Abfahrt vom Nassfeldpass, waren wir leider nur noch zu zweit, doch wir fuhren mit Vollgas bis nach Kötschach. Nun galt es nur noch ca. 1.000 HM zu bewältigen und ich fühlte mich noch recht fit. Aus diesem Grund konnte ich mich beim folgenden Anstieg von meinem Begleiter absetzten, was mich natürlich zusätzlich motivierte. Ab diesem Zeitpunkt hat mir der Regen auch nicht mehr so zugesetzt. Ich hatte weiter einen guten Druck auf dem Pedal und konnte im Lesachtal den bis dahin 4.-Platzierten hinter mir lassen Ein Feuerwehrmann an der Strecke hat mir zudem zugerufen, dass ich nur noch 6 Minuten hinter Stefan Kirchmair bin. Bald darauf – in Obertilliach – bekam ich die Info, dass Stefan Kirchmair nur noch 3 Minuten vor mir lag. Ab da versuchte ich nochmals alles zu geben, was mir auch gelang.

15 Kilometer vor dem Ziel traf ich auf zwei starke Fahrer der kurzen Runde und konnte mit diesen super abwechselnd zusammenarbeiten. Geschätzt 10 Kilometer vor dem Ziel überholte ich dann Markus Feyerer. Er hat kurz versucht zu folgen, verlor ihn aber hinter mir aus den Augen. Bei Kilometer 7 vor dem Ziel fuhr ich auf Stefan Kirchmair auf. Wir fuhren dann gemeinsam mit den beiden Fahrern der kurzen Strecke zusammen bis kurz vor das Ziel. Letztendlich konnte ich dann 6 Sekunden vor Stefan Kirchmair das Ziel, auf Rang 2 passieren. Den Sieg holte sich ein überlegener Bernhard Kohl.

Danke auch an meine Betreuer Erich Wittmann, Andrea und Manfred Pramstaller.

Hier noch ein Selfie, wo ich total unterkühlt mit dem Auto in die Unterkunft fuhr.

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